Fehlender Unterstrich führte zu 18 Monaten Haft für Unschuldigen
US-Ermittler wollten einen Sexualstraftäter über den Messenger Kik aufspüren. Ein winziger Tippfehler im Benutzernamen führte jedoch zur Verhaftung eines unschuldigen Kanadiers. Ohne jegliche Beweise musste der Mann für volle 18 Monate ins Gefängnis.
Der eigentliche Täter nutzte das an das Videospiel Skyrim angelehnte Pseudonym fus__ro_dah, welches zwei Unterstriche zwischen den ersten beiden Wörtern enthielt. Die Ermittler fragten bei dem Betreiber des Messengers jedoch die Bestandsdaten für fus_ro_dah mit nur einem Unterstrich ab. Das Unternehmen übermittelte daraufhin die verknüpfte E-Mail-Adresse von Klayme. US-Behörden leiteten den Fall an die kanadische Polizei weiter, die bei einer sofortigen Hausdurchsuchung sämtliche Datenträger des Mannes beschlagnahmte.
Erst während der Vorbereitung auf das Berufungsverfahren im Jahr 2024 entdeckte das Verteidigerteam den Fehler in den Ermittlungsakten. Die Anwälte analysierten die behördlichen Anfragen an den Plattformbetreiber detailliert und stießen dabei auf das fehlende Zeichen. Weder der Staatsanwaltschaft noch dem Richter war die Abweichung im ursprünglichen Prozess aufgefallen. Nach Bekanntwerden des Vorfalls überprüfte die Staatsanwaltschaft den Fall erneut und stimmte der Berufung sofort zu.
Wie bewertet ihr die Arbeit der Behörden in diesem Fall und welche technischen Kontrollen könnten solche Justizirrtümer künftig verhindern? Schreibt eure Meinung gerne unten in die Kommentare!
Siehe auch:
Tippfehler führt zu Haftstrafe
Im Jahr 2020 wurde der Kanadier Brandon Klayme in Halifax aufgrund eines schweren Fehlers der US-Polizei festgenommen. Die Ermittler aus dem Bundesstaat Wisconsin suchten in einem Fall von Kindesmissbrauch nach einem Verdächtigen. Bei der Abfrage des Kontos beim Chat-Dienst Kik ließen sie jedoch einen entscheidenden Unterstrich im Nutzernamen weg. Das führte die Behörden fälschlicherweise zu Klayme, der daraufhin unschuldig zu 18 Monaten Haft verurteilt wurde.Der eigentliche Täter nutzte das an das Videospiel Skyrim angelehnte Pseudonym fus__ro_dah, welches zwei Unterstriche zwischen den ersten beiden Wörtern enthielt. Die Ermittler fragten bei dem Betreiber des Messengers jedoch die Bestandsdaten für fus_ro_dah mit nur einem Unterstrich ab. Das Unternehmen übermittelte daraufhin die verknüpfte E-Mail-Adresse von Klayme. US-Behörden leiteten den Fall an die kanadische Polizei weiter, die bei einer sofortigen Hausdurchsuchung sämtliche Datenträger des Mannes beschlagnahmte.
Keine Beweise auf den Datenträgern
Auf den sichergestellten Speichermedien fanden Forensiker wohlgemerkt keinerlei belastendes Material. Es gab keine digitale Verbindung zu dem zwölfjährigen Opfer und keinen Nachweis, dass Klayme den Dienst im fraglichen Zeitraum überhaupt genutzt hatte. Wie CBC berichtet (via Ars Technica), wurde der Mann im Jahr 2023 dennoch wegen Kindesmissbrauchs und des Besitzes von Kinderpornografie verurteilt. Er verbüßte im Anschluss die verhängte Freiheitsstrafe vollständig.Erst während der Vorbereitung auf das Berufungsverfahren im Jahr 2024 entdeckte das Verteidigerteam den Fehler in den Ermittlungsakten. Die Anwälte analysierten die behördlichen Anfragen an den Plattformbetreiber detailliert und stießen dabei auf das fehlende Zeichen. Weder der Staatsanwaltschaft noch dem Richter war die Abweichung im ursprünglichen Prozess aufgefallen. Nach Bekanntwerden des Vorfalls überprüfte die Staatsanwaltschaft den Fall erneut und stimmte der Berufung sofort zu.
Tatsächlicher Täter in den USA
Das zuständige Berufungsgericht in der kanadischen Provinz Nova Scotia hob das Urteil schließlich auf. Die Richter stellten in ihrer Begründung fest, dass Klayme unschuldig sei und niemals hätte angeklagt werden dürfen. Sie kritisierten die mangelnde Sorgfalt, die zu diesem Justizirrtum führte. Eine korrekte Ermittlung hätte die Polizei zu einem Mann namens Jay geführt. Dessen IP-Adresse konnte nach Aufdeckung des Fehlers dem US-Bundesstaat Kalifornien zugeordnet werden.Wie bewertet ihr die Arbeit der Behörden in diesem Fall und welche technischen Kontrollen könnten solche Justizirrtümer künftig verhindern? Schreibt eure Meinung gerne unten in die Kommentare!
Zusammenfassung
- Ein Kanadier saß wegen eines fatalen Tippfehlers der Polizei im Gefängnis
- Die Ermittler vergaßen einen Unterstrich bei der Abfrage des Nutzernamens
- Obwohl keine Beweise vorlagen, wurde der Mann zu 18 Monaten Haft verurteilt
- Das Anwaltsteam entdeckte den fatalen Fehler erst bei der Berufung im Jahr 2024
- Das zuständige Berufungsgericht hob das Urteil schließlich vollständig auf
- Der tatsächliche Täter konnte inzwischen in Kalifornien ermittelt werden
Siehe auch:
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